Vor fast 1000 Jahren gab es kein Radio und keine Konzerte. Musik hörte man an drei Orten: im Kloster, auf der Burg und auf dem Markt. Überall klang sie ganz anders. Reise hin und hör genau zu!
Etwa von 500 bis 1500 – also rund 1000 Jahre lang.
Leg dir einen Code an, zum Beispiel mia-5b. Dann werden deine Antworten gespeichert. Merk ihn dir gut!
🎧 Kopfhörer auf! Alle Hörbeispiele sind echte Aufnahmen oder Klänge von echten Instrumenten.
Die Einheit ist so gebaut, dass die Kinder allein damit arbeiten können – Musikkenntnisse sind für die Aufsicht nicht nötig.
Alle Lösungen lassen sich einblenden. Die Codes zeigen, wer wie weit ist; die Texte der Klasse lassen sich lesen und drucken.
etwa 30 Minuten
Mönche und Nonnen singen jeden Tag viele Stunden lang – zum Gebet. Ihre Musik heißt Gregorianischer Choral.

Um das Jahr 1025 hatte der Mönch Guido von Arezzo eine geniale Idee: Er benutzte ein Lied, in dem jede Zeile einen Ton höher beginnt. Die Anfangssilben wurden zu Namen für die Töne:
Später wurde aus „ut“ das „do“, und „si“ (heute oft „ti“) kam dazu. So singen viele noch heute: do – re – mi …
Lies und sing mit! Die Noten sehen aus wie kleine Quadrate. Sie stehen auf vier Linien – auch diese Notenlinien machte Guido bekannt. Die roten Silben sind Guidos Tonnamen.



Hildegard war Äbtissin, also Leiterin eines Frauenklosters am Rhein. Sie schrieb Bücher über Heilpflanzen und über ihre Visionen – und sie komponierte viele Gesänge. Ihre Melodien springen hoch und schwingen sich weit hinauf.
etwa 25 Minuten
Auf den Burgen der Ritter trugen Minnesänger ihre Lieder vor. Sie dichteten den Text und die Melodie selbst und sangen auf Deutsch – in einer alten Form: Mittelhochdeutsch.
Minne heißt Liebe. Der Sänger verehrt eine edle Dame – oft eine, die er nie bekommen kann. Minnesänger sangen aber auch über Politik und über die Kreuzzüge ins Heilige Land.
Der berühmteste Minnesänger ist Walther von der Vogelweide (um 1170 – um 1230). Seine Lieder und sein Bild stehen im Codex Manesse, einer riesigen Liederhandschrift aus der Zeit um 1300.

Walthers „Palästinalied“ erzählt von einer Pilgerreise ins Heilige Land. Es ist eines der wenigen Lieder dieser Zeit, von denen wir auch die Melodie kennen.
etwa 30 Minuten
Auf Märkten, Hochzeiten und Festen spielten Spielleute. Sie zogen von Ort zu Ort, machten Musik, jonglierten, erzählten Neuigkeiten.
Man freute sich über sie – und trotzdem galten sie als „unehrlich“. Sie hatten kaum Rechte.
Eine Estampie ist ein Tanz aus mehreren Teilen. Jeder Teil wird zweimal gespielt: erst mit einem offenen Schluss (klingt noch nicht fertig), dann mit einem geschlossenen Schluss (klingt fertig).




Diese Estampie steht im „Robertsbridge Codex“ aus dem 14. Jahrhundert – eines der ältesten Stücke für ein Tasteninstrument. Hier spielt es eine Orgel.
etwa 25 Minuten
Jetzt spielst du selbst! Spielleute improvisierten oft über einem Bordun: einem tiefen Ton, der die ganze Zeit weiterklingt – wie bei der Drehleier oder dem Dudelsack.
Tipp: Tipp die Töne an. Beginne und ende auf dem goldenen D – dann klingt es fertig. Wiederhole kleine Tonfolgen, wie ein echter Spielmann!
Eine kleine Estampie, eigens für dieses Modul komponiert. Hör auf die offenen und geschlossenen Schlüsse!
etwa 20 Minuten
Zum Schluss reist du noch einmal durch das Mittelalter. Hör genau hin: Wo erklingt diese Musik – im Kloster, auf der Burg oder auf dem Markt?
Mit deinem Code liegen deine Antworten im musikwerkzeug. Du kannst am nächsten iPad weiterarbeiten – einfach denselben Code wieder eingeben. Mindestens 4 Zeichen, nur Buchstaben, Zahlen und Bindestriche.